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In der inspi­rie­ren­den Welt der Holo­gram­me scheint nichts unmög­lich. Drei­di­men­sio­na­le Objek­te schwe­ben frei im Raum und kön­nen von allen Sei­ten betrach­tet wer­den. Wenn kom­ple­xe Din­ge trans­pa­rent und begreif­bar gemacht wer­den kön­nen, eröff­net das dem Mar­ke­ting­be­reich neue Türen. Auch die For­schung kann davon pro­fi­tie­ren. Für den Betrach­ter sind die Holo­gra­fie ein Schau­spiel der beson­de­ren Art.

Doch was sind Holo­gram­me, wann wur­den sie erfun­den und wo lie­gen die Gren­zen? Kön­nen wir mit Holo­gram­men so inter­agie­ren, wie in den Star Wars Fil­men? Wir zei­gen dir, wel­che Mög­lich­kei­ten die­se unter­schied­li­chen Tech­no­lo­gien bieten.

Was ist ein Hologramm?

Unter einem Holo­gramm ver­steht man ein vir­tu­el­les, oft drei­di­men­sio­na­les Objekt, das frei im Raum zu schwe­ben scheint und sich somit den Natur­ge­set­zen ent­zieht. Mit wel­cher Tech­nik die­ses Objekt erzeugt wird, spielt für den Volks­mund kei­ne Rol­le – wir nen­nen es Hologramm.

Im enge­ren Sin­ne ent­steht ein Holo­gramm jedoch mit der Tech­nik der Holo­gra­fie. Die­se kom­pli­zier­te Metho­de, die sich die Inter­fe­renz des Lich­tes zunut­ze macht, wur­de von einem unga­ri­schen Inge­nieur namens Den­nis Gábor im Jah­re 1948 erfun­den. Den Namen „Holo­gra­fie“ lei­te­te er vom grie­chi­schen „holos“ (ganz) und „graphein“ (schrei­ben) ab, was man frei als „Voll­stän­di­ge Auf­zeich­nung“ über­set­zen kann. Einen prak­ti­schen Nut­zen hat­te die­se Erfin­dung damals aber noch nicht, denn Gábor ver­füg­te nicht über die not­wen­di­ge Tech­nik. So stand ihm bei­spiels­wei­se noch kein Laser zur Ver­fü­gung. Sei­ne impro­vi­sier­ten Ver­su­che, ein brauch­ba­res Holo­gramm zu erzeu­gen, schlu­gen fehl, und er gab den For­schungs­be­reich auf. Es soll­te erst bis ins Jahr 1962 dau­ern, als die ame­ri­ka­ni­schen Phy­si­ker Emmett Leith und Jaris Upat­nieks das ers­te Holo­gramm erschu­fen – es zeigt eine Modell­ei­sen­bahn. Weil Holo­gra­fie Jahr für Jahr immer wich­ti­ger wur­de, erhielt Den­nis Gábor 1971 sogar den Nobel­preis für Phy­sik. Heu­te wer­den Holo­gram­me vor allem für das Mar­ke­ting ein­ge­setzt, aber war­um eigentlich?

Das Potenzial der Hologramme

„Wenn Stau­nen die Blü­te ist, ist der Apfel die Erkennt­nis.“ – Denis Herger

Holo­gram­me überraschen
Jede gute Wer­bung über­rascht den Betrach­ter. Wir ken­nen es selbst aus dem All­tag: Unge­wöhn­li­che Din­ge zie­hen sofort unse­re Auf­merk­sam­keit auf sich. Wir wol­len ver­ste­hen, was wir nicht ein­ord­nen kön­nen. Bei Holo­gram­men ist es eben­so. Die Bereit­schaft des Nut­zers, sich mit Ihren Inhal­ten zu beschäf­ti­gen, ist maximiert.

Holo­gram­me set­zen Pro­duk­te in Szene
Stell dir vor, du willst einen All­wet­ter­rei­fen auf einer Mes­se bewer­ben. Wie schaffst du es, dass dein Publi­kum die Fähig­kei­ten des Rei­fens nicht nur sieht, son­dern erlebt? Mit einem Holo­gramm ist es ein­fach! So könn­te vir­tu­el­ler Schnee um den real exis­tie­ren­den Rei­fen wehen, gefolgt von Regen und Son­nen­schein. So wird jedes Pro­dukt opti­mal in Sze­ne gesetzt.

Holo­gram­me schaf­fen Erlebniswelten
Es kön­nen pas­sen­de Umge­bun­gen für jedes nur denk­ba­re Pro­dukt gezeigt wer­den. Ein Wohn­mo­bil kann bei­spiels­wei­se in einer traum­haf­ten, beleb­ten 3D-Land­schaft prä­sen­tiert wer­den. Um sei­ne ein­zel­nen Kom­po­nen­ten zu zei­gen, kann es zer­sprin­gen und sich wie­der neu zusam­men­set­zen – nur, dass der Betrach­ter dann selbst am Steu­er sitzt und den Schlüs­sel dreht. Mit Holo­gram­men kann man Wel­ten erschaf­fen, in denen das alles mög­lich ist.

Holo­gram­me erwei­tern bestehen­de Erlebniswelten
Auch rea­le Erleb­nis­wel­ten kön­nen ihre Anzie­hungs­kraft durch Holo­gram­me stei­gern. Muse­en kön­nen his­to­ri­sche Aus­stel­lungs­stü­cke in ihrem ursprüng­li­chen Ver­wen­dungs­zweck zei­gen und der Raum einer Sau­na kann um ein vir­tu­el­les Aqua­ri­um ergänzt wer­den. Holo­gram­me bie­ten so viel Input, dass man sich nicht dar­an satt­se­hen kann.

Bes­se­res Verständnis
Ver­su­che mal, ein Auge zu schlie­ßen und einen Faden durch ein Nadel­öhr zu zie­hen. Ver­mut­lich wird dir das nicht so schnell gelin­gen – weil dir die Infor­ma­ti­on über die Tie­fe des Rau­mes fehlt. Durch die drei­di­men­sio­na­le Dar­stel­lung kön­nen die Betrach­ten­den das Gezeig­te bes­ser ver­ar­bei­ten und die Inhal­te bes­ser verstehen.

Es wer­den meh­re­re Sin­ne angesprochen
Das Gehirn funk­tio­niert wie ein Netz­werk – je mehr Ver­knüp­fun­gen es zur Bot­schaft gibt, des­to bes­ser kann unser Gehirn sie abru­fen. Des­halb steigt der Lern­er­folg, wenn vie­le Sin­ne ange­spro­chen wer­den. Bei fast allen Holo­gramm-Tech­ni­ken kön­nen gleich zwei Sin­ne ange­spro­chen wer­den. Eine pas­sen­de Audio­spur kann durch ange­schlos­se­ne Laut­spre­cher wie­der­ge­ge­ben werden.

Holo­gram­me unter­strei­chen Innovationskraft
Damit Inno­va­tio­nen als sol­che wahr­ge­nom­men wer­den, soll­ten sie inno­va­tiv prä­sen­tiert wer­den. Noch hat ledig­lich ein klei­ner Bruch­teil der Unter­neh­men Holo­gram­me als Infor­ma­ti­ons­trä­ger erkannt, des­halb gel­ten holo­gra­fi­sche Wer­be­bot­schaf­ten modern und zukunftsweisend.

Holo­gram­me sind kostengünstig
Je spek­ta­ku­lä­rer, des­to teu­rer – könn­te man mei­nen. Bei Holo­gram­men gilt die­ses Prin­zip nicht, denn vie­le Tech­ni­ken sind mit ein­fa­chen Mit­teln umzu­set­zen. Des­halb sind Holo­gram­me auch für klei­ne Unter­neh­men inter­es­sant, die über kein gro­ßes Bud­get verfügen.

Fiktion vs. Realität

In Sci­ence Fic­tion-Fil­men und ‑Seri­en haben Holo­gram­me die Fan­ta­sie der Zuschau­er ange­regt und Bekannt­heit erlangt. Das Holo­gramm von Prin­zes­sin Leia im ers­ten Star Wars-Film ging in die Film­ge­schich­te ein. Auch in den Star Trek-Seri­en ver­fü­gen vie­le Raum­schif­fe über Holo­decks, in denen die Besat­zung mit einer vir­tu­el­len Umge­bung und künst­li­chen Intel­li­gen­zen inter­agie­ren kann. Ist das so weit ent­fernt von der Realität?

Wir stel­len dir nun die aus unse­rer Sicht span­nends­ten Holo­gramm-Tech­no­lo­gien vor:

Holo­gra­fi­sche Bilder

Hier­bei han­delt es sich um „ech­te“ Holo­gram­me. Wir alle ken­nen Sie als Sicher­heits­merk­mal von Geld­schei­nen oder Per­so­nal­aus­wei­sen, sehr beliebt sind sie auch auf Post­kar­ten. Auf Visi­ten­kar­ten, Bro­schü­ren und ande­ren Print­pro­duk­ten sor­gen sie für eine gro­ße Über­ra­schung. Nicht nur zwei- oder drei­di­men­sio­na­le Holo­gram­me sind mög­lich, son­dern auch eine Kom­bi­na­ti­on: Dann wer­den meh­re­re zwei­di­men­sio­na­le Gra­fi­ken in unter­schied­li­chen Ebe­nen ange­ord­net. Sie glän­zen, sind des­halb auch unter allen Licht­ver­hält­nis­sen gut sicht­bar und sor­gen immer noch für einen star­ken Wow-Effekt.

Hologramm Elefant Circus Roncalli Premiere

Inspi­rie­rend: Pepper’s Ghost und Zir­kus Roncalli

Schon im Jah­re 1862 mach­te John Hen­ry Pep­per die­se Tech­nik bei einer Thea­ter­auf­füh­rung popu­lär! Sei­ne Idee: Eine durch­sich­ti­ge Glas­plat­te spie­gel­te auf der Büh­ne einen für das Publi­kum ver­bor­ge­nen Schau­spie­ler – aber nur, wenn die­ser Schau­spie­ler durch ein Licht hell ange­strahlt wird. Durch die­se Licht­spie­ge­lung ent­stand der Ein­druck, dass eine geis­ter­haf­te, halb­trans­pa­ren­te Gestalt auf der Büh­ne erscheint. Die heu­ti­gen Shows haben die­se Tech­nik dras­tisch wei­ter­ent­wi­ckelt. Bei den heu­ti­gen Shows pro­ji­ziert ein Bea­mer ein Video (direkt oder indi­rekt) auf eine Glas­plat­te oder ein durch­sich­ti­ges Tuch. Für den fron­ta­len Betrach­ter wirkt es so, als erscheint das Video mit­ten im Raum. Wenn man von der Sei­te aus auf das Gesche­hen schaut, wird die Illu­si­on natür­lich auf­ge­deckt. Shows und Kon­zer­ten tut dies kein Abbruch – die Zuschau­er kön­nen die Show ja nur fron­tal betrach­ten. Des­halb wird die­se Tech­nik sehr oft groß­for­ma­tig genutzt, unter ande­rem auch vom Cir­cus Ron­cal­li. Die­ser ver­zich­tet mitt­ler­wei­le auf den umstrit­te­nen Ein­satz dres­sier­ter Tie­re und lässt sie statt­des­sen vir­tu­ell erscheinen.

Holo­gramm-Pris­ma

Über einer Pyra­mi­de aus Glas­wän­den ist ein ver­steck­ter Bild­schirm ange­bracht, der über jeder Pyra­mi­den­sei­te eine Video­se­quenz abspielt. Durch die Spie­ge­lung der Glas­wän­de sieht es für den Betrach­ter so aus, als ob sich inner­halb der Pyra­mi­de ein Objekt bewegt. Die­ses kann von jeder Sei­te betrach­tet wer­den. Du kannst die­ses ein­fa­che, aber effekt­vol­le Holo­gramm-Pris­ma sogar mit etwas Plas­tik­fo­lie nach­bau­en. Hier fin­dest du ein Tuto­ri­al dafür.

Holo­gramm-Pro­jek­tor

Hologramm Projektor 3D Fisch

Am Rotor sind zwei oder vier Blät­ter ange­bracht, auf des­sen Flü­geln LEDs dicht hin­ter­ein­an­der auf­ge­reiht sind. Durch die schnel­le Rota­ti­on sind die Blät­ter vom mensch­li­chen Auge nicht mehr wahr­zu­neh­men – sie ver­schwin­den. Nur die LEDs sind sicht­bar. Sie erzeu­gen ein Video, das im Raum frei zu schwe­ben scheint. Gera­de für Mes­sen, Emp­fangs­be­rei­che oder am POS kön­nen die­se Gerä­te gut ein­ge­setzt werden.

3D-Dis­plays

Die­se soge­nann­ten auto­ste­reo­sko­pi­schen Dis­plays beinhal­ten meh­re­re Per­spek­ti­ven. Durch eine spe­zi­el­le Optik sehen das lin­ke und das rech­te Auge ver­schie­de­ne Per­spek­ti­ven, sodass Räum­lich­keit ent­steht. Es ent­steht nicht nur der Ein­druck, dass etwas in das Dis­play hin­ein­ragt, son­dern auch, dass etwas hin­aus­ragt. Für die­sen Effekt ist kei­ne 3D-Bril­le not­wen­dig! Wenn man die­se Tech­nik auf die Spit­ze treibt, kann man sogar die Tech­nik des Eye-Trackings inte­grie­ren. Dabei wer­den die Augen des Betrach­ters erfasst und der Bild­schirm stellt sich dar­auf ein. So ent­steht der Ein­druck, dass es sich nicht um ein Dis­play han­delt, son­dern um einen unend­li­chen 3D-Raum. Man gewinnt einen rea­lis­ti­schen Ein­druck von der Grö­ße des Objek­tes. Die­se Tech­nik funk­tio­niert wie ein Fens­ter – zu einer ande­ren Welt.

Mixed-Rea­li­ty-Bril­len

Mann Couch 3D-Brille Hologramm Instagram

Die Tech­no­lo­gie, mit blo­ßen Hän­den vir­tu­el­le 3D-Objek­te zu mani­pu­lie­ren, steckt noch in den Kin­der­schu­hen – aber es gibt sie schon jetzt. Wer eine Mixed-Rea­li­ty-Bril­le auf­setzt, sieht durch die Glä­ser nicht nur die rea­le Welt, son­dern auch vir­tu­el­le Ele­men­te. So krab­beln bei­spiels­wei­se Robo­ter aus dem vir­tu­el­len Loch einer real exis­tie­ren­den Wand, die der Spie­ler zer­stö­ren muss. Oder Kla­vier­tas­ten erscheint in der Luft, auf denen man mit sei­nen blo­ßen Fin­gern ein Stück spie­len kann. Die­se Bril­len sind jedoch sehr teu­er und noch nicht ganz ausgereift.

Ausblick

Wir sind noch weit ent­fernt davon, dass man Holo­gram­me berüh­ren kann, wie in den Star Trek-Seri­en. Es ist aber davon aus­zu­ge­hen, dass wir in naher Zukunft mit intel­li­gen­ten Holo­gram­men per Spra­che oder Fin­ger­zeig inter­agie­ren kön­nen. Es wird nicht nur Poten­zi­al im Mar­ke­ting­be­reich gese­hen. Ein Schwer­punkt hat der Bereich Bil­dung. Wenn der Lern­stoff als drei­di­men­sio­na­les Holo­gramm dar­ge­stellt wird, kann er noch bes­ser erfasst wer­den. Gera­de Tuto­ri­als, bei­spiels­wei­se im Bereich Hand­werk, wer­den so noch ver­ständ­li­cher. Auch in der Medi­zin ist das Poten­zi­al rie­sig, so wur­de bereits mit­hil­fe von räum­lich exak­ter 3D-Visua­li­sie­rung eine ver­schlis­se­ne Herz­klap­pe ersetzt.

Wenn die­se Tech­no­lo­gie für den pri­va­ten Nut­zer zur Ver­fü­gung steht, ist damit zu rech­nen, dass es etli­che Apps für jede nur denk­ba­re Anwen­dung gibt. Ob für die Unter­hal­tung oder zur Wis­sens­ver­mitt­lung: Mixed-Rea­li­ty-Bril­len sind dann nicht mehr aus dem All­tag wegzudenken.

Exper­ten gehen davon aus, dass der Markt für erwei­ter­te, vir­tu­el­le und gemisch­te Rea­li­tät im Jah­re 2030 einen Wert von mehr als 30 Mil­li­ar­den US-Dol­lar haben wird. Es lohnt sich also, den Ent­wick­lungs­stand der Holo­gram­me zu verfolgen.

Du über­legst, wie du die Tech­nik der Holo­gram­me für dein Unter­neh­men nut­zen kannst? Hier fin­dest du mehr Informationen!

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